HTTP-Anfragen reduzieren – schnelle Webseiten realisieren

Wenn Sie im Internet sind und eine Website aufrufen, geschehen im Hintergrund etliche Prozesse. Nicht jeder Marketer kennt diese Prozesse und weiß genau, wie eine http-Anfrage abläuft. Schließlich kümmern sich die Entwickler und IT-Fachleute darum. Allerdings sollte man sich als Marketer und vor allem als SEO damit auskennen. Zumindest sollten Sie ein allgemeines Verständnis zu diesem Thema haben.

Schließlich liegt es auch in Ihrem Interesse, wenn Sie die http-Anfragen reduzieren können. Warum? Im Prinzip gibt es einige Kennzahlen und KPIs, die vom Backend und der Umsetzung Ihrer Webseite abhängen. Beispielsweise ist die Ladegeschwindigkeit ein sehr maßgeblicher Faktor. Vor allem für mobile Endgeräte ist dieser Faktor sehr wichtig. Schließlich spielt die Ladegeschwindigkeit einer Webseite für die Suchmaschinen im mobilen Index eine große Rolle.

Deswegen thematisieren wir in diesem Blog-Beitrag unterschiedliche Fragen. Folgende Fragen stehen im Vordergrund:

  • Was ist eine http-Anfrage?
  • Inwiefern hat diese Anfrage einen Einfluss auf das Nutzererlebnis?
  • Was kann man als Marketer tun, um die http-Anfragen zu reduzieren?

Am Ende sind Sie ein Experte in diesem Gebiet. So können Sie eigenständig Ihre Webseite verbessern. Ihre Nutzer werden es Ihnen danken. Aber auch die SEO-Abteilung in Ihrem Unternehmen freut sich über die Tipps und die verbesserte Performance.

Definition: http-Anfrage

Im Voraus möchten wir bereits sagen, dass man zur Anfrage auch den Fachbegriff „http-Request“ verwenden kann. Sollten wir im Laufe dieses Artikels öfter mal den Begriff http-Request benutzen, dann wissen Sie, wovon wir reden.

Die Definition ist sehr komplex. Deswegen entscheiden wir uns dazu, dass wir Ihnen einfach ein Beispiel zeigen. Durch die anschauliche Erklärung wissen Sie gleich, was eine solche Anfrage ist.Anschließend können Sie auch anderen Personen anhand dieses Beispiels erklären, worum es sich handelt.

 

Angenommen, Peter surft im Internet. Er nutzt dafür den Google Chrome Browser und ruft eine Webseite auf. Nun läuft im Hintergrund fast immer derselbe Prozess ab:

  • Der Browser des Nutzers pingt (kontaktiert) den Webserver
  • Der Webserver hostet die Webseite, die Peter besuchen möchte.
  • Wenn der Webserver antwortet, dass es die Seite gibt, fordert der Browser die Dateien der Domain an. Dies sind Texte, Bilder aber auch Videos oder andere Elemente.
  • Der Webbrowser erhält diese Dateien und kann durch den HTML-Code die Webseite aufbauen und Peter anzeigen.

Diesen Prozess nennt man eine http-Anfrage. Die Abkürzung http steht für Hypertext Transfer Protocol. Schließlich läuft eigentlich nur ein Protokoll ab. Denn der Server transferiert den Hypertext im Form eines HTML-Dokumentes an Peter.

 

 

Das Problem vieler Requests

Die Theorie ist soweit klar. Allerdings gibt es ein Problem. Denn

 

der Webbrowser muss für jede einzelne Datei den Webserver anpingen und diese anfragen. Eine kleine Seite braucht hier nur sehr wenig Zeit. Stellen Sie sich nun aber eine riesige Webseite mit etlichen Inhalten vor. Der Webbrowser muss diese alle herunterladen.

Des Weiteren sind die Dateien auch oftmals sehr groß. Hochauflösende Bilder sind gerne mehrere MB groß. Videos sind noch größer. Das Laden solcher Grafiken oder das Webdesign kann dann extrem lange dauern. Die Ladezeit leidet massiv.

Dadurch ist nicht nur die Absprungrate sehr hoch, sondern auch die CTR sinkt mit der Zeit. Folglich verlieren Sie wertvolle Rankings. Auch Ihren Webseiten-Besucher gefällt es gar nicht, wenn diese immer eine Ewigkeit auf Ihre Seite warten müssen.

 

Wie wirken sich http-Requests auf die User-Experience aus?

Dass die User-Experience nicht nur für SEO wichtig ist, sondern auch für eine gute Konversionsrate, weiß inzwischen jeder Marketer. Die Requests üben einen ebenso großen Einfluss auf die Leads auf, wie die Landingpage-Formularlänge.

Schließlich muss der Nutzer nun etliche Dateien herunterladen. Je nachdem, wie gut seine Internetverbindung ist und wie schnell Ihr Server arbeitet, kann dies länger oder weniger lange dauern.

 

Allerdings stellen immer mehr Nutzer solche Anfragen über das Smartphone, sodass eine geringe Ladezeit Pflicht ist. Die Gründe erfahren Sie in dem Blogartikel, den wir Ihnen oben verlinkten.

Hierzu gibt es auch aktuelle Studien. So ergab die Studie von KISSmetrics, dass etwa 47% der Besucher eine Ladezeit unter zwei Sekunden erwarten. 40% der Besucher verlassen die Seite wieder, wenn es mehr als drei Sekunden dauert. Einen genauen Einblick in die Studie erhalten Sie hier.

Wie viele Dateien sollte der Nutzer maximal herunterladen?

Idealerweise muss der Nutzer gar nichts herunterladen. Technisch ist dies unmöglich. Deswegen versuchen einige Webmaster das Problem durch JavaScript-Dateien zu beheben. Eine einzige JavaScript-Datei steuert dann die gesamte Webseite. Aber auch die Größe dieser Datei spielt eine Rolle.

Die Ladezeit wird nicht weniger, nur weil Sie alle Dateien nun durch eine Datei laden. Bei großen und komplexen Webseiten ist dieses Problem nur sehr schwer zu umgehen. Aus der Praxis wissen wir, dass 15-25 Dateien durchaus unproblematisch sind. Sehr umfangreiche Webseiten können dieses Idealziel nur sehr schwer erreichen.

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie dies nicht schaffen. Steve Souders, ehemaliger Yahoo!- und Google-Mitarbeiter, twitterte, dass die durchschnittlichen Anfragen bei rund 99 Dateien pro Seite liegen.

 

 

Anleitung: http-Anfragen reduzieren

Wir haben eine kurze Anleitung für Laien ausgearbeitet, sodass auch Sie ohne Vorwissen die Requests senken können. Durchlaufen Sie die Anleitung Schritt-für-Schritt. Überspringen Sie keinen Punkt. Wir reduzierten die Anleitung bereits auf ein Minimum.

Schritt 1: Wie viele Anfragen braucht Ihre Website derzeit?

Hierfür können Sie ein kostenfreies Entwicklertool von Google Chrome nutzen. Dieses finden Sie im Bereich Network.

Sie können alle Dateien ansehen, die Ihr Browser anfordert, wenn er eine Seite aufruft. Zusätzlich finden Sie auch die dazugehörige Dauer für das Herunterladen. Nutzen Sie die API, um zu sehen, wann eine Anfrage für ein Bild begann und wann diese Anfrage beendet war. Nun besuchen Sie Ihre Webseite und untersuchen diese einmal.

Welche Elemente luden sehr langsam? Welche Elemente waren sehr schnell darstellungsbereit? Was die Daten genau bedeuten, wollen wir hier nicht weiter ausführen. Sie können den Link etwas weiter oben öffnen. Dort gelangen Sie zu einem Blog-Artikel von Google Chrome und können genaueres nachlesen.

Nun sollten Sie wissen, welche Dateien sehr langsam laden. In den nachfolgenden Schritten versuchen wir diese zu entfernen. Auch CSS-Dateien spielen hierbei eine Rolle. Diese thematisieren wir später.

Schritt 2: Bilder entfernen

Wir kennen viele Kunden, die überflüssige Bilder auf die Seite geladen haben. Diese können entfernt werden. Dadurch senkt man nicht nur die Ladezeit, sondern lenkt die Aufmerksamkeit der Besucher auch auf das Wesentliche. Dieser Schritt könnte ebenfalls die Konversionsrate verbessern.

Sie sollten auf keinen Fall nützliche Bilder entfernen. Denn visueller Content ist sehr hilfreich, um komplexe Prozesse darzustellen. Bilder, die aber nur aufgrund der Optik enthalten sind, sollten entfernt werden.

Schritt 3: Bilder komprimieren

Im nächsten Schritt suchen Sie sich sehr große Bilddateien heraus. Wir versuchen selbst niemals eine Bilddatei zu haben, die größer als 100 Kilobyte groß ist. Größere Dateien komprimieren wir dann mit TinyPNG. Dieses Tool nutzen wir für all unsere Bilder und es ist kostenfrei.

WordPress-Nutzer haben es etwas einfacher. Denn diese können sich das WordPress-Plugin WPSmush herunterladen. Dieses Plugin komprimiert alle Bilder von selbst. Auch bestehende Bilder komprimiert das Plugin im Nachhinein.

CSS-Dateien können Sie auch optimieren. Wenn Sie davon keine Ahnung haben, sollten Sie am besten das Pagespeed-Tool nutzen. Dieses erstellt automatisiert CSS-Dateien, die komprimiert sind. Sie können die Dateien einfach herunterladen und dann auf Ihrer Webseite hochladen.

 

Schritt 4: Welche Elemente laden noch lange?

Sicherlich gibt es noch weitere Elemente, die eine sehr lange Ladezeit besitzen. Häufige Fehlerquellen könnten folgende Elemente sein:

  • Videos/Webinar-Einbindungen
  • Lange Podcasts
  • Interaktive Elemente auf der Seite
  • Integrationen von Facebook, Twitter und Co.

Schritt 5: JavaScript asynchron laden

Hierzu brauchen Sie Informatik-Kenntnisse. Teilweise kennen sich einige Web-Entwickler nicht mit dem Thema aus. Wenn Ihre IT-Abteilung kompetent ist, sprechen Sie dort einen Fachmann an. Bitten Sie ihn, dass er die JavaScript-Dateien asynchron laden lässt. Einige Javadateien können auch vollständig entfernt werden.

Der Grund ist simpel. Das HTML-Dokument gibt den Aufbau der Webseite vor. Der Webbrowser liest dieses von oben nach unten ein und lädt die Elemente der Reihenfolgen nach. Findet der Browser nun JavaScript, das nicht asynchron geladen wird, dann muss er das Laden der Seite pausieren und erst die Javadatei herunterladen.

Wenn Java asynchron ist, dann lädt der Browser diese Elemente parallel zu anderen Elementen herunter. So verbessern Sie auch den PageSpeed. Wie bereits gesagt, sollten Sie nur Experten daran lassen. Ansonsten könnten Sie Ihre Seite komplett verbauen. In diesem Fall empfehlen wir auch keine Plugins. Uns sind bislang keine Plugins bekannt, die individuell auf eine Webseite eingehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Schritt 6: CSS-Dateien optimieren und komprimieren

Nun sind wir bereits beim letzten Schritt angelangt, um die http-Anfragen reduzieren zu können. Jede CSS-Datei lädt der Nutzer separat herunter. Es wäre deutlich effizienter, wenn man sie zusammenfassen kann. Greifen Sie hierbei auch auf die Hilfe eines professionellen Entwicklers zurück. Ansonsten könnte dieser Schritt mächtig schiefgehen.

Fazit – http-Anfragen reduzieren

Dieser kleine Leitfaden bot Ihnen nun die Chance, die http-Anfragen etwas besser zu verstehen. Schließlich wissen Sie nun, welche Schritte Sie für eine Optimierung dieser gehen können. Jedoch haben wir Ihnen noch nicht verraten, warum Sie diese Optimierungen machen sollten.

Nutzer und Suchende sind sehr ungeduldig. Sie kenne es vielleicht von Ihnen selbst. Lange Ladezeiten sind nicht mehr zeitgemäß. Die Technologien und Möglichkeiten bieten extrem schnelle Webseiten. In diesem Zusammenhang sind auch AMP-Seiten sehr interessant, die wir noch in einem anderen Artikel behandeln werden.

Bei Fragen oder Feedback nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf. Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Dann teilen Sie ihn doch auf Facebook oder Co. Wir freuen uns sehr darüber!

Vertreten durch:

Geschäftsführer:
Daniel Gurrieri,
Giuseppe Gurrieri,
Michael Fiedler

 

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